Manfred Kirschner: Die schwarze Larousse-Serie & mehr (ab November)

Manfred Kirschner (*1971 in Achim, lebt und arbeitet in Berlin) ist Maler, Performer, Galerist und manchmal seine eigene Kunsthistorikerin. Wir freuen uns, einige seiner großen gemalten Text-Bild-Collagen sowie vier Kreidebilder auf Papier aus der „schwarzen Larousse-Serie“ zeigen zu können. Während letztere im AkA-Showfenster in der Kunsthalle Weseke zu sehen sind, können Menschen mit offenem Blick weitere Bilder in der Borkener Innenstadt suchen.

Zwei Kreideaquarelle der „schwarzen Larousse-Serie“ heben etwas scheinbar Alltägliches – eine Uhr und einen Mops – durch den Akt des Malens auf ein imaginäres Podest. Hier stehen sie scheinbar „erhaben“ – und erscheinen doch auch bemitleidenswert. Die Technik des Aquarellierens lässt ihre Konturen leicht verlaufen und bei den beiden Porträts der Serie – einer Prinzessin mit Schnurbart (?) und einem maskierten Harlekin – lassen sich diese leicht als Tränen über das eigene „traurige“ Schicksal interpretieren …

Mit ähnlicher Ambivalenz präsentiert uns Kirschner in den grösseren Leinwandbildern Motiveder Waren- und Konsumwelt (Hollywood eingeschlossen), die zum Teil durch Text ironisiert werden. So steht über einer Schere „You can call me god“: ist hier die Gott-ähnliche Macht eines (Film-)Cutters oder eines Schneiders gemeint oder hat der Maler schlicht ein „o“ vergessen und möchte eigentlich, dass wir ihm vertrauen?

Ein Einkaufswagen mit der Überschrift „The miracle of Shopping is possible every day“ preisst die endlosen Möglichkeiten des Kapitalismus – vorausgesetzt, man hat das Geld, den (hier leeren!) Einkaufswagen zu füllen. Die überdimensionierte, schwarze Silhouette eines Pudels kommt als „The Dog“ daher – als wäre dies der Prototyp eines Hundes.

Kirschners Bilder erinnern uns als Betrachtende hintersinnig an die Absurditäten des menschlichen Daseins und seine ironischen Kommentare werfen gerade in Krisenzeiten die Frage auf: wie lang es (uns) hier noch gut gehen kann …